Die moderne Medizin hat in den vergangenen Jahrzehnten riesige Fortschritte in der Bekämpfung von Erkrankungen gemacht – aber manchmal sind es alt überlieferte Praktiken, die in bestimmten Fällen ebenso gut helfen können. Dazu gehört u.a. Tai Chi, das auch von vielen Medizinern als hoch effektiv angesehen wird.

Regelmäßiges Training kann unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden in vielerlei Hinsicht verbessern. Hier seien nur einmal einige Fakten erwähnt:

 

Tai Chi hilft uns Gewicht zu verlieren

 

Während einer typischen, ca. 30minütigen Übungseinheit verbrennt eine Person mit einem Körpergewicht von ca. 75 kg ungefähr 150 Kalorien. Das mag sich im ersten Moment nicht viel anhören. Würde man aber täglich 30 Minuten üben, würde das in einem Jahr einen zusätzlichen Kalorienverbrauch von ungefähr 54.750 Kalorien bedeuten. Und das wiederum entspricht einem Gewichtsverlust von 8 kg!

In puncto Gewichtabnahme hat Tai Chi aber noch eine andere, positive Wirkung – es wirkt stressmindernd. Und der Zusammenhang von zu viel Stress und Übergewicht ist längst wissenschaftlich belegt (z.B. zu hohe Ausschüttung von Stresshormonen, die den Fettabbau verhindern).

Wer längerfristig Tai Chi praktiziert, wird außerdem seinen Stoffwechsel ankurbeln. Und das bedeutet eine effektivere Energieverbrennung, also höheren Kalorienverbrauch.

 

Tai Chi sorgt für eine höhere Knochendichte

 

Mehrere Studien belegen, dass Tai Chi dafür sorgt, dass die Knochendichte beibehalten bzw. verbessert wird. Das ist insbesondere für Frauen während und nach den Wechseljahren wichtig. Denn sie sind in besonderem Maße von Osteoporose bedroht.

Frauen, die bereits an Knochenschwund litten und über einen Zeitraum von 6 Monaten Tai Chi praktizierten, hatten danach eine deutlich bessere Beweglichkeit, mehr Kraft und eine höhere Knochendichte.

 

Tai Chi verbessert die Herzgesundheit

 

Tai Chi ist ein leichtes bis moderates Training, das auch für Personen mit kardiovaskulären Risikofaktoren sehr gut geeignet ist. Ausdauer, Gleichgewicht und Muskelkraft verbessern sich; außerdem steigt das psychische Wohlbefinden.

Wissenschaftler der Harvard Medical School führten mit 30 Herzinsuffizienz-Patienten eine 12-wöchige Tai Chi Therapie durch, um die Auswirkungen auf ihre Belastungsfähigkeit und Lebensqualität zu bestimmen.

Die Patienten nahmen entweder am Tai Chi Programm teil oder erhielten die übliche medizinische Pflege und Therapie. Die Studie ergab, dass die Teilnehmer am Training sechs Minuten länger laufen konnten, eine verbesserte Lebensqualität hatten und bessere, medizinische Werte in Bezug auf ihre Erkrankung vorweisen konnten.

 

 

Tai Chi stärkt das Immunsystem

 

Wissenschaftler glauben, dass das kontrollierte Atmen und die langsamen Bewegungen des chinesischen Schattenboxens, wie Tai Chi auch genannt wird, dazu beiträgt, das Immunsystem zu stärken. Vielleicht spielt auch der meditative Zustand des Geistes hierbei eine Rolle.

In einer Studie wurden älteren Erwachsenen nach der Teilnahme an einen 15wöchigen Training eine Impfung gegen Gürtelrose verabreicht. Etwa die Hälfte der Studienteilnehmer zeigten daraufhin eine verbesserte Funktion des Immunsystems.

 

 

Tai Chi verbessert die Beweglichkeit und verringert Schmerzen

 

Durch die sanften, fließenden Bewegungen werden alle Gelenke, Sehnen und Muskeln im gesamten Körper bewegt. Dadurch wird die Beweglichkeit verbessert und die Gefahr von Stürzen gemindert.

Mehr Beweglichkeit bedeutet auch weniger Steifheit und somit weniger Schmerzen, z.B. für Menschen mit Arthritis.

 

 

Tai Chi macht glücklicher

 

Auch hier sind es wieder die langsamen, fließenden Bewegungen, die uns in einen quasi meditativen Zustand versetzen, Ängste reduzieren und ein Gefühl des psychischen Wohlbefindens fördern.

 

 

Tai Chi verbessert das Gleichgewicht

 

Die kontrollierten Bewegungen stärken die Muskeln, die für Balance und Haltung zuständig sind. Sogar Parkinson-Patienten konnten nach 20 Tai Chi Übungsstunden ihr Gleichgewicht und ihre Gehfähigkeit verbessern.

Eine andere Studie zeigte, dass ältere Erwachsene, nachdem sie an einem 15wöchigen Programm teilgenommen hatten, ein um fast 50 % geringeres Sturzrisiko hatten.

 

 

Tai Chi verbessert Asthmasymptome

 

Durch die gleichmäßige Atmung, die sich automatisch beim Üben einstellt, werden der Sauerstoffverbrauch und die Atmung insgesamt verbessert.

Asthma-Patienten und Menschen die unter Kurzatmigkeit leiden, können dadurch von Tai Chi zusätzlich zu einer medikamentösen Therapie profitieren.

 

 

Tai Chi reduziert das Stresslevel

 

Während des Übens fokussieren sich die Gedanken, das Bewusstsein für den eigenen Körper und die Atmung wächst. Ähnlich wie bei der Meditation werden Vergangenheit und Zukunft ausgeblendet; Sorgen und Ängste bleiben außen vor.

Das Resultat:  das psychische Wohlbefinden und die Stimmung werden besser.

 

 

Tai Chi lindert die Symptome bei Diabetes Typ 2

 

Studien belegen, dass Diabetes Typ 2 Patienten, die Tai Chi praktizieren, ihre  Blutzuckerwerte senken können. Außerdem stieg auch die Zahl ihrer Insulinrezeptoren und derer Bindungskapazität.

 

 

Tai Chi verbessert den Schlaf

 

Wer Tai Chi praktiziert, kann dadurch auch die Qualität und die Dauer seines Schlafes positiv beeinflussen.

 

Dies sind nur einige von vielen Beispielen, wie Tai Chi unsere Gesundheit verbessern kann. Nicht umsonst gilt es in Deutschland als Gesundheitssport, bei dem sich durch regelmäßiges Üben auch Haltungsfehler korrigieren und Muskelverkrampfungen lösen lassen.